Tiger Kiss
Toshiaki Kuniba ist Jurastudent im dritten Semester und schlägt sich mehr
schlecht als recht durchs Leben. Als seine finanzielle Situation immer schlimmer
wird, schlägt ihm sein bester Freund Morioka vor, seinem Cousin Aki Kurusu
Nachhilfe zu geben. Leider ist Kurusu ein echter Frauenheld, schert sich wenig
um sein Jurastudium, da er normalerweise mit dem Geld seiner Familie die
Abschlüsse kauft und hat eine akute Männerallergie, da er Männern absolut kein
Vertrauen schenken kann. Kunibas Ehrgeiz ist geweckt und er beginnt nach und
nach zu dem seltsamen jungen Mann durchzudringen. Dieser sieht seinen neuen
Nachhilfelehrer zunächst als Gräuel, doch schon bald entwickelt er ein
gesteigertes Interesse an Kuniba. Als die beiden kurze Zeit später miteinander
schlafen und Kurusu anschließend nicht mehr von Kunibas Seite weichen will, weiß
dieser nicht mehr wo ihm der Kopf steht, da er mit dem plötzlichen Interesse von
Kurusu nur wenig anfangen kann …
Der Einzelband „Tiger Kiss“ stammt von
der Mangaka Saeko Kamon, die in Deutschland bereits durch ihren Boys Love Manga
„Royal Fiancé“ bekannt ist.
Die Geschichte ist ein wenig seltsam, unausgegoren und in
sich unlogisch. Wirklich viel Handlung findet der geneigte Boys Love Fan nicht,
zumal das Geschehen eher in die absurde Richtung geht und daher für den Leser
schwer nachvollziehbar ist. Insbesondere die Idee mit der Männerallergie ist
schon sehr weit hergeholt, die Tatsache, dass Kurusu seine Abscheu Kuniba
gegenüber binnen weniger Seiten überwindet, wirkt noch unglaubwürdiger. Dass die
beiden in nahezu jedem Kapitel miteinander ins Bett fallen, wirkt übertrieben
und passt nicht so recht zum Gesamtbild des Mangas. Insgesamt liest sich „Tiger
Kiss“ daher eher schleppend und es fällt dem Leser schwer sich wirklich auf die
Geschichte einzulassen.

Neben der schwachen
Geschichte können auch die Figuren nicht überzeugen. Stereotyp und leicht
vorhersehbar kommen sowohl Kurusu, als auch Kuniba daher. Da Kurusus
Männerallergie zwar noch nicht gänzlich verschwunden ist, aber gegenüber Kuniba
nach wenigen Seiten verschwunden ist, nimmt der Geschichte ihren Reiz. Es geht
einfach zu schnell und bringt einem die Charaktere nicht wirklich näher. So
bleiben sowohl Kurusu, als auch sein Nachhilfelehrer sehr blass und
nichtssagend. Man vergisst sie und den Inhalt des Mangas relativ schnell.
Zeichnerisch ist „Tiger Kiss“ gelungen. Saeko Kamon hat einen sehr
ausgearbeiteten, qualitativ hochwertigen Stil. Es macht Spaß den Manga
anzusehen, wenngleich der Schwerpunkt der Zeichnerin eindeutig auf den Figuren
liegt. So findet man Hintergründe eher selten, stattdessen gibt es unzählige
Panele,
in denen nur die Gesichter der Charaktere zu sehen sind.
Alles
in allem ist „Tiger Kiss“ eher unterdurchschnittliche Boys Love Kost und nur
Fans der Zeichnerin zu empfehlen. Weder Handlung noch Charaktere können
überzeugen und hinterlassen keinen nennenswert tieferen Eindruck. Stattdessen
vergisst man den Manga schnell, nachdem man ihn gelesen hat und erinnert sich
eher an die Zeichnungen, die hübsch anzusehen und optisch durchaus ansprechend
sind. Boys Love Fans sollten im Vorfeld einen Blick riskieren, doch insgesamt
ist der Manga kein Muss fürs Buchregal. Da tummeln sich andere Vertreter des
Genres auf dem Markt, die inhaltlich und zeichnerisch besser sind, als „Tiger
Kiss“.
Titel:
|
Tiger
Kiss
|
Zeichner/
Autor:
|
Saeko Kamon
|
Genre:
|
Alltag, Romance, Erotik
|
Verlag:
|
EMA,
2014
|
Preis:
|
7,50
Euro
|
ISBN:
|
978-3770482542
|
Bestellen:
|
Amazon
|
Bildcopyright:
Die im Zusammenhang mit diesem Artikel verwendeten Bilder und Coverscans
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